VARTA AG stellt Insolvenzantrag in Eigenverwaltung

Quelle: VARTA AG, via varta-ag.com/newsroom

Die VARTA AG aus Ellwangen hat am 23. Juli 2026 beim Amtsgericht Stuttgart einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Ziel des Schritts ist es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen.

Der laufende Geschäftsbetrieb wird stabilisiert und unter den insolvenzrechtlichen Rahmenbedingungen fortgeführt. Der Geschäftsbereich VARTA Consumer Batteries ist von der Antragstellung ausdrücklich nicht betroffen.

Vorläufiger Sachwalter bestellt

Das Amtsgericht Stuttgart bestellte den Stuttgarter Rechtsanwalt Tobias Wahl von der Kanzlei Anchor Rechtsanwälte zum vorläufigen Sachwalter. Die Kanzlei ist bundesweit tätig und auf Insolvenz- und Restrukturierungsrecht spezialisiert.

Das Management der VARTA AG informierte gemeinsam mit Tobias Wahl die Mitarbeitenden der VARTA-Gruppe über die weiteren Schritte.

CEO Michael Ostermann zur Insolvenz

VARTA-Chef Michael Ostermann bezeichnete den Schritt als unvermeidbar, zeigte sich aber betroffen:

„Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen. Die VARTA AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Wir sind uns im Vorstand und in der Geschäftsleitung der Gesamtverantwortung für Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Geldgeber bewusst und arbeiten mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen. Der Markt für Energiespeicher ist unverändert eine Zukunftsbranche, die starke heimische Anbieter und Technologieführer wie die VARTA AG benötigt."

Vorläufiger Sachwalter Tobias Wahl ergänzte, dass die bereits eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen eine Chance bieten, gemeinsam mit dem Management eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu finden.

Ursachen der erneuten Krise

Wesentliche Ursachen für die erneute Krise der VARTA AG sind deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage und negative Währungskurseffekte. Hinzu kam die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden.

Gleichzeitig erschweren die bestehenden Konzernstrukturen mit komplexen internen Verflechtungen eine wirkungsvolle Umsetzung nötiger Sanierungsmaßnahmen und erfordern einen zusätzlichen Liquiditätsbeitrag. Das Zusammenwirken dieser Faktoren hat im Rahmen der aktualisierten Unternehmensplanung und der laufenden Sanierungsprüfung eine strukturelle Finanzierungslücke auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft ergeben, die insbesondere mit Blick auf die weitere Unternehmensentwicklung ab 2027 zur Stellung des Insolvenzantrags geführt hat.

Geschäftsbetrieb wird fortgeführt

Die VARTA AG strebt an, die operative Tätigkeit uneingeschränkt im Rahmen der insolvenzrechtlichen Vorgaben fortzuführen. Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner sollen die gewohnten Leistungen und Services weiterhin erhalten.

Für die Mitarbeitenden bedeutet das, dass auch nach der Insolvenzantragstellung Löhne und Gehälter weiterbezahlt werden. Die Geschäftsführung wird in der Eigenverwaltung eng mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umzusetzen.

Betroffene Gesellschaften

Aufgrund zahlreicher gruppeninterner Wechselbeziehungen sind neben der VARTA AG als Konzernmuttergesellschaft auch die operativen Einheiten VARTA Microbattery GmbH (Ellwangen), VARTA Micro Production GmbH (Nördlingen) und VARTA Storage GmbH betroffen.

Für die VARTA Microbattery GmbH in Ellwangen wurde ebenfalls ein vorläufiges Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung angeordnet.

VARTA Consumer Batteries nicht betroffen

Von der Antragstellung ausdrücklich ausgenommen ist der Geschäftsbereich VARTA Consumer Batteries mit den dazugehörigen Gesellschaften. Dieser Bereich ist rechtlich und operativ separiert und finanziell eigenständig aufgestellt.

Über die VARTA AG

Die VARTA AG mit Sitz in Ellwangen bündelt als Konzern-Muttergesellschaft die operativen Aktivitäten ihrer drei Business Units bzw. Tochtergesellschaften VARTA Microbattery GmbH, VARTA Consumer Batteries GmbH & Co. KGaA und VARTA Storage GmbH.

Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Mikrobatterien, Haushalts- und Gerätebatterien, Energiespeichersysteme sowie kundenspezifische Batterielösungen für industrielle Kunden und Endverbraucher. Mit hoher Fertigungstiefe, ausgeprägter technologischer Kompetenz und einem klaren Fokus auf Qualität „Made in Germany" leistet die VARTA-Unternehmensgruppe einen wesentlichen Beitrag zu einer sicheren und effizienten Energieversorgung der Zukunft.

Zu den Insolvenzprofilen auf insova.de

VARTA Micro Production GmbH, Nördlingen – Insolvenzprofil auf insova.de

VARTA Storage GmbH, Nördlingen – Insolvenzprofil auf insova.de